Systemtherapie

Systemtherapie war lange nur als Paar- und Familientherapie bekannt. Die heutige Systemtherapie berücksichtigt jedoch noch weitere Systeme ausserhalb der Familie und ist eine, in der Schweiz, anerkannte Richtung der Psychotherapie.
Sie geht davon aus, dass Themen und Verhaltensmuster nie nur eine einzelne Person betreffen, sondern in ein System eingebettet sind. Als Menschen sind wir Teil unterschiedlicher Systeme. Die Herkunftsfamilie ist ein prägendes System, welches Muster hervorruft, die oft tief verwurzelt sind. Die daraus resultierenden Verhaltens- und Denkstrukturen sind meist unbewusst und somit schwer zu erkennen und zu durchbrechen. In der Systemtherapie werden nicht nur Einzelne, wie auf einen Silbertablett, gesehen und behandelt sondern der Blick in die Küche (System) ist aufschlussreich und wichtig.
Eine bekannte Methode der Systemtherapie ist die Aufstellung. Die Familienaufstellung wurde von Virgina Satir (USA) entwickelt und inzwischen durch viele andere Fachpersonen bekannt gemacht. Aufstellungen können Muster, Strukturen und Komplexitäten veranschaulichen. Sie sind ein gutes Werkzeug für weitere Systeme (Arbeitssystem, Helfersysteme etc.) oder um Machtstrukturen zu visualisieren. Die Arbeit mit Aufstellungen ist eine von vielen Methoden, die in der Systemtherapie angewandt wird.
Der systemtherapeutische Ansatz ist immer lösungs- und ressourcenorientiert. Menschen funktionieren in unterschiedlichen Systemen und haben darin Stärken und Schwächen entwickelt. Das systemische Denken geht von den Stärken aus, fördert diese und sucht dann nach neuen Wegen.